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Schnupperpraktikum 2017

Superfood Chia? Gerade im Zuge der Veganen Bewegung ist Chia sehr en vogue. Die Samen dieser mittelamerikanischen Salbei-Art sind reich an sogenannten omega-3 Fettsäuren, wie man sie sonst nur in Seefisch findet. Da diese besonderen Fettsäuren für die Verhinderung von Gefäßerkrankungen essentiell sind, ist Chia momentan die Alternative für alle, die aus was für Gründen auch immer keinen Seefisch essen wollen. Wenn in so kurzer Zeit so viele Leute ein Produkt kaufen, was vorher nur regional bekannt war, steigt nicht nur der Preis, es gibt auch sehr schnell Engpässe bei der Lieferung. Genau das passiert bei Chia. Hinzukommt, dass keiner so genau weiß, was Chia eigentlich ist - mehr als 6 teilweise unterschiedliche Pflanzen werden in Mittelamerika unter dieser Bezeichnung gehandelt. Verbrauchertäuschungen und Verwechslungen sind also vorprogrammiert. Wir wollen es genau wissen - in einer Kombination aus klassischer Authentifizierung, Mikroskopie und molekularer Authentifizierung mithilfe sogenannter genetic barcodes sind wir zur Zeit dem Chia auf den Fersen und entwickeln Tests, um in Handelsproben sicher und schnell nachweisen zu können, ob der "echte Chia" verwendet wurde oder nicht.

Amarant als Funktionelles Nahrungsmittel

Amaranth
Unsere Sammlung von Amaranth umfasst über 80 Genotypen aus aller Welt. Mithilfe molekularer Marker konnten wir etwas Licht ins Dunkel ihrer Verwandtschaft bringen.

Amarant, eine der wichtigsten Kulturpflanzen des präkolumbianischen Südamerikas, ist reich an Proteinen und anderen ernährungsphysiologisch wertvollen Inhaltsstoffen. Besonders interessant ist die omega3-Fettsäure DHA, die nur von Algen und Pilzen, aber nur von wenigen Pflanzen gebildet wird. DHA ist eine essentielle Fettsäure, muß also über die Nahrung (vor allem über Seefisch) zugeführt werden, um etwa Koronarerkrankungen vorzubeugen. Da Amarantkörner kein Gluten enthalten, eignet sich die Pflanze besonders für die Herstellung von Lebensmitteln für Zöliakiekranke. Das Proteinmuster ähnelt dem tierischer Produkte, und daher hat Amarant ein großes Potential als DHA-Quelle alternativ zu Seefisch im Rahmen von vegetarischer oder veganer Ernährung. Derzeit wird Amarant in Deutschland nur in sehr kleinem Umfang kultiviert, der Handel bezieht größere Chargen in der Regel aus Lateinamerika. Qualität und Identität des Materials sind dabei variabel und oft undefiniert. Um das Potential von Amarant als pflanzliche DHA-Quelle zu entfalten, müssen neue Sorten mit gleichbleibend hohen DHA-Gehalte entwickelt werden und für den Anbau in Mitteleuropa angepasst werden. Im Rahmen von Vorarbeiten wurde basierend auf einer umfangreichen Sammlung der Universität Hohenheim eine Kollektion von über 80 Amarant-Genotypen etabliert, in Feldversuchen hinsichtlich ihrer Anbaueigenschaften untersucht und am KIT mithilfe von molekulargenetischen Markern charakterisiert. Nun soll diese Sammlung nach Genotypen mit hohem DHA-Gehalt durchsucht werden, um daraus, unterstützt durch die molekularen Marker, neue Sorten züchten zu können.