Botanisches Seminar: Zell- und Entwicklungsbiologie der Pflanzen

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Membranfluss bei Pflanzen zwingt uns zu einem neuen Blick auf die Zelle.

 

Lernziele

Jedes Semester wird ein bestimmtes Themenfeld von verschiedenen Blickwinkeln so beleuchtet, dass ein Gesamtbild entsteht.

  • Einüben von Recherchetechniken
  • Einüben von Vortragstechniken
  • Minisymposium

Das Seminar richtet sich an Studierende der Studiengänge Biologie Bachelor (Allgemeine und Angewandte Biologie), Biologie Master, Biologie Lehramt, Geoökologie, ist aber auch für Studierende anderer Studiengänge offen. Sprechen Sie mich einfach an. Für den Bachelor, Lehramt und Geoökologie gibt es bei der Literaturrecherche etwas mehr Hilfestellung, für den Master wird ein höherer Grad an Eigenständigkeit vorausgesetzt.

 

Thema 2019: "Alles fließt" - Membranfluss bei Pflanzen

Unser Lehrbuchwissen von Organellen als Strukturen mit abgegrenzter Identität zerbröselt gerade. Peroxisomen bilden Ausläufer und verbinden sich mit Mitochondrien, im wäßrigen Cytoplasma unlösliche Wachsbausteine gelangen auf mysteriösen Wegen aus der Zelle hinaus, Plastiden scheine sich mit Ausläufern abzutasten, ohne sich miteinander zu verbinden, das endoplasmatische Reticulum generiert unbekannte mystery bodies, die Zellmembran erweist sich nicht als glatte Oberfläche, sondern als brodelndes Geschehen, bei dem Aussen und Innen ständig miteinander in Verbindung sind, selbst der Zellkern, bisher Fels in der Brandung, scheint weniger dauerhaft als bisher gedacht. Durch neue Techniken findet man immer häufiger, dass Organellen ineinander übergehen oder Material austauschen. Das hat drastische Folgen für unser Bild von der Zelle, die dadurch von einem Objekt zu einem Prozess ("es zellt") wird. Das ist noch kaum ernsthaft angedacht worden, vielleicht, weil es zu viel in Frage stellen würde. In diesem Seminar wollen wir die einmal erkunden, was neben den biologischen durchaus auch philosophische Fragen aufwirft.

Ablauf

Recherchetechniken: Zunächst wird das Thema mithilfe von Impulsreferaten und Ausarbeitung von Fragenkomplexen umrissen. Dann werden Teams gebildet, die zu den einzelnen Fragenkomplexen die relevante Literatur recherchieren.

Vortragstechniken: Hierzu werden zunächst Kriterien für einen guten Vortrag erarbeitet. Dann werden Beobachtungsgruppen eingeteilt, die verschiedene Aspekte der Vorträge gezielt untersuchen und protokollieren. Alle halten ihren Seminarvortrag zweimal jeweils zu Beginn und gegen Ende des Semesters. Beim ersten Vortrag erhalten sie von den anderen eine qualifizierte und objektive Rückmeldung zu Vortragsstil und –technik. Dies kann dann für eine verbesserte zweite Version genutzt werden.

Minisymposium: Für die zweite Runde der Vorträge wird ein Termin in der vorlesungsfreien Zeit vereinbart, wo die Vorträge in Form eines Minisymposiums vorgestellt werden. Auf diese Weise entsteht noch einmal ein Gesamtbild der Thematik. Dieses Minisymposium ist für Gäste (z.B. Promovierende, die sich für die jeweilige Thematik interessieren) offen.