Übung zu 5: Erklärung und Reduktion

 

1. Welche der folgenden Bücher sind Beschreibungen, welche sind Erklärungen? Erläutern Sie jeweils kurz und prägnant Ihre Zuordnung.

Darwin: Origin of Species

Linnaeus: Systema Naturae

Mendel: Versuche über Pflanzenhybriden

Moses: Genesis

 

2. In Malariagebieten ist die Häufigkeit der Sichelzellanämie erhöht. Die Erklärung dafür haben Sie im ersten Semester in den Grundlagen der Biologie gehört. Machen Sie sich an diesem Beispiel klar, wie eine Erklärung funktioniert und formulieren Sie:

 

  • Was ist das Explanandum?
  • Was ist der Kern der Erklärung? (wo ist der Knackpunkt?)
  • Welche zusätzlichen Regeln oder Gesetzmäßigkeiten benutzen Sie zusätzlich, um diese Erklärung anzufertigen? (was sind also die Hilfsannahmen, auxiliaries)
  • Welche Implikationen lassen sich aus dieser Erklärung ableiten (eine als Beispiel genügt)
  • Wie könnte man dies experimentell oder empirisch überprüfen?

 

3. In Europa sank in den 70er Jahren die Zahl der Störche dramatisch ab, gleichzeitig nahm die Zahl der Geburten dramatisch ab. Die traditionelle Sichtweise für den Ursprung der kleinen Kinder stellt hier einen ursächlichen Zusammenhang her.

 

4. Geben Sie an, für welche Komplexitätsebene (zur Auswahl stehen Molekül, Zelle, Organismus, Population) folgende Erklärungen sinnvoll sind und erläutern Sie Ihre Auswahl.

  • Pauli-Regel
  • Hardy-Weinberg
  • Darwins natürliche Zuchtwahl
  • 2. Mendelsches Gesetz
  • Codon-Schema
  • Differentielle Genexpression

5. In den 70er Jahren wurde entdeckt, dass der Anteil von Gewaltkriminalität bei Männern mit einem überzähligen Y-Chromosom höher war als bei der Gesamtbevölkerung. Man sprach vom "Mörderchromosom". Stellen Sie an diesem Beispiel dar, wo hier eine Reduktion stattgefunden hat und diskutieren Sie, inwiefern diese Reduktion nicht angemessen war.