Übung zu 10: Ethik als Prozess

 

1. Bestimmen Sie für die folgenden Fälle die Verantwortung (Tipp: prüfen Sie erst, welche Handlungsalternativen es gibt)

  • Betrunkener, der jemanden anfährt
  • Mann, der sich vor einem Streit mit seiner Ex "Mut antrinkt" und sie danach im Streit schlägt
  • Dementer Mensch, der einen Verkehrsunfall verursacht
  • Schimpansenmännchen, was nach Übernahme eines neuen Harems die Neugeborenen tötet
  • Polizeipräsident, der feststellt, dass auf einer Querdenkerdemo mit mehr als zehntausend Teilnehmern die vorher vereinbarte Maskenpflicht nicht eingehalten wird

2. Bei einer Routineuntersuchung in einer frühen Phase der Schwangerschaft stellt sich heraus, dass der Fetus Trisomie 21 aufweist. Es gibt nun folgende Handlungsoptionen

  • Abtreibung
  • Kind zur Welt kommen lassen und therapeutisch fördern
  • eine neuartige, noch in klinischer Phase 3 befindlicher pränatale Therapie über Peptide, die eine weitgehend normale Gehirnentwicklung ermöglichen

Formulieren Sie jeweils eine utilitaristische und eine tugendethische Position

3. Welche drei Ansprüche stellt die Diskursethik an einen Diskurs? Welchen Weg beschreitet die Diskursethik bei ethischen Fragen, die Embryonen, Demente oder Komapatienten betreffen, also Personen, die nicht für sich selbst sprechen können? Was ist die Gefahr dabei?

 

4. In Deutschland gibt es derzeit eine Diskussion um die Frage, ob Beihilfe zum Suizid (also "Tötung auf Verlangen") straffrei sein soll. Wie würden Sie eine Ethikkommission besetzen, die diese Frage diskursethisch entscheiden soll (es geht nicht darum, wie Sie entscheiden würden, sondern lediglich darum, welche Interessensgruppen vertreten sein sollten)

Nachbereitung zu 10: Ethik als Prozess