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Marsilea quadrifolia (Kleefarn)

Marsilea quadrifolia
Der Kleefarn, aufgenommen im Botanischen Garten (Foto: M. Sommerfeld)
Marsilea quadrifolia
Die Blätter von Marsilea quadrifolia ähneln mehr einem vierblättrigem Klee als einem Wasserfarn (Foto: K. Knoch)

 

Er sieht aus wie ein vierblättriger Klee, ist aber ein Wasserfarn: Der Kleefarn (Marsilea quadrifolia) galt lange Zeit in Deutschland als ausgestorben. Kein Wunder – lebt er doch in einem Biotop, das es fast gar nicht mehr gibt, nämlich den Auen entlang der großen Flüsse, die früher mehrmals im Jahr überschwemmt wurden. Der Mensch hat sie gebändigt und begradigt, und damit verschwanden auch die flachen, offenen Schlammgebiete, in denen sich die stark bedrohte Zwergbinsengesellschaft, der auch der Kleefarn angehört, wohlfühlte. Auch trockenfallende Weiher und Tümpel, Lehmgruben oder Schweineweiden, wo er geeignete Bedingungen vorfand, sind aus dem Landschaftsbild verschwunden.

 

Als vor knapp 20 Jahren eine Kiesgrube nördlich von Offenburg genauer untersucht wurde, fand man im Bereich der Schwemmfläche überraschenderweise den Kleefarn wieder. Man vermutet, dass er aus sogenannten Vermehrungskörperchen (Sporokarpien) ausgetrieben war, die über viele Jahre im Boden überdauern können. Im Rahmen des LIFE Projekts "Lebendige Rheinauen"  (Regierungspräsidium Karlsruhe, Dipl.-Biol. Annemarie Radkowitsch) wurde dieses Vorkommen im Botanischen Garten des KIT vermehrt und dann wieder auf einer Projektfläche in der Nähe von Lahr ausgebracht.

 

Vermehren und Ausbringen reicht aber nicht – man muss auch dafür Sorge tragen, dass die Fläche offen bleibt. Dazu bedient man sich der früher gängigen Praxis der Schweineweiden. Die üblichen auf schnelles Wachstum gezüchteten blassen Hochleistungsschweine kommen hierfür nicht in Frage. Man bedient sich hierfür alter Landrassen (wie zum Beispiel dem Schwäbisch-Hällischen Landschwein, dessen Fleisch übrigens auch viel besser schmeckt…), die schwarz pigmentiert sind – die brauchen nämlich auch im Freiland keinen Sonnenschutz. Mit ihren Rüsseln durchwühlen sie den Schlamm und sorgen so dafür, dass alles schön matschig und offen bleibt. Nicht nur die Schweine fühlen sich wohl,  auch der Kleefarn hat sich inzwischen selbstständig über Ausläufer ausgebreitet und ist damit wieder aus dem Jenseits der ausgestorbenen Arten zurückgekehrt.

Mehr zum Kleefarn-Projekt