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Nymphaea rubra - die Rote Seerose

Nymphaea rubra
Nymphaea rubra (Foto: M. Sommerfeld)

 

Im Tropenhaus des Botanischen Gartens hat im Frühjahr die Rote Seerose ihre prächtig gefärbten Blüten geöffnet. Die Pflanze ist in warmen Teichen und Seen des tropischen Asien beheimatet.

 

Wie alle anderen Seerosen-Arten bildet die Rote Seerose knollenförmige bis langgstreckte Ausläufer (so genannte Rhizome) aus, mit deren Hilfe die Pflanze im schlammigen Boden wurzelt.

 

Die Verbreitung ihrer Art stellt die Rote Seerose auf eine sehr ausgeklügelte Form sicher: Ihre Früchte sind fleischige, schwammige Beeren, die zunächst unter Wasser heranreifen und Schwimmsäcke ausbilden. Die reifen Früchte treiben mit deren Hilfe einige Tage an der Wasseroberfläche und werden dabei durch Wind und Wellen verbreitet. Danach lösen sich die Schwimmsäcke langsam auf, die Samen sinken nach unten und können mit der Keimung beginnen.


Deherainia smaragdina - ein mexikanisches Unikat

Deherainia smaragdina
Deherainia smaragdina (Foto: M. Sommerfeld)

Im Tropenhaus des Botanischen Gartens blüht im Winter die von Ostmexiko bis zu den Honduras beheimatete Deherainia smaragdina. Ihre Blüten sind mit 2 bis 3 cm Durchmesser nicht gerade klein, werden aber aufgrund ihrer dunkelgrünen Farbe leicht übersehen, da sie im gleichfarbigen Laub kaum auffallen. Die Blüten verströmen einen üblen Geruch, dies deutet zusammen mit der Blütenfarbe auf Fliegen als Bestäuber hin.

 

In sehr eindrucksvoller Weise zeigen die Blüten von Deherainia smaragdina proterandrisches Verhalten. Proterandrie, auch Vormännlichkeit genannt, ist eine mögliche Form der Dichogamie. Damit bezeichnet man in der Fortpflanzungs-Biologie das Phänomen unterschiedlicher Reifezeitpunkte von männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen zwittriger Pflanzen und Tiere. Bei Deherainia smaragdina erfolgt die Bestäubung durch Insekten, wenn die Blüte in ihrer männlichen Phase ist. Der Pollen als männliches Geschlechtsorgan ist in dieser Phase bereits ausgereift, während der Stempel als weibliches Geschlechtsorgan noch unausgereift ist. Einige Zeit später springen sterile Staubbeutel, die zuvor den Weg des Pollens zur Narbe versperrt haben, nach außen und geben die an der gleichen zentralen Stelle befindlichen, dann empfängnisbereiten Narben des Stempels frei. Die Blüte ist nun in der weiblichen Phase. Eine Selbstbestäubung ist durch diese zeitliche Trennung nahezu ausgeschlossen, wodurch mangelnde genetische Rekombinationsmöglichkeiten ausgeschlossen werden.


Asclepias fruticosa - die Baumwoll-Seidenpflanze

Asclepias fruticosa
Asclepias fruticosa (Foto: K. Knoch)

 

Diese dekorative Pflanze gehört wie Stapelia grandiflora zu den Seidenpflanzengewächsen und kommt eigentlich in Südafrika vor, hat sich inzwischen jedoch als "Unkraut" in Kalifornien und Australien breitgemacht. Die Viehzüchter sehen das gar nicht gern, denn die Pflanze enthält das giftige Gomphosid, ein Glykosid vom Cardenolid-Typ. Ihren Namen hat die Baumwoll-Seidenpflanze den seidigen Fäden in den reifen Fruchtständen zu verdanken, wobei sie nicht mit der Baumwolle verwandt ist. Da ihre auf dem Wasser schwimmenden Früchte Schwänen ähnlich sehen, wird sie auch Schwanenpflanze genannt.

 

Die weißen Blüten des bis zu zwei Meter hoch werdenden Strauches sind in hängenden Büscheln angeordnet. Aus Ihnen bilden sich walnussgroße, blasenartige Früchte, die nach dem Aufplatzen die in seidige Fäden gehüllten Samen freisetzen. Die Verwandtschaft zu unserem Oleander ist an den lanzettlichen, gegenständig angeordneten Blättern gut zu erkennen.


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Letzte Änderung: 10.07.2010

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