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Pflanze des Monats Juni: Honigorchis (Herminium monorchis)

Herminium monorchis
Habitus der Honigorchis (Foto: M. Sommerfeld)
Herminium monorchis
Die Blüten der Honigorchis verströmen einen intensiven Honigduft (Foto: M. Sommerfeld)

 

Klein und unscheinbar blüht im Frühsommer die Honigorchis. Wer sich auf die Suche nach dem 10 bis 30 cm hohen Pflänzchen macht, wird mit einem intensiven Honigduft belohnt, den die Pflanze verströmt. Allerdings muss dazu erst einmal die mitunter recht langwierige Suche von Erfolg gekrönt sein: In den letzten Jahrzehnten haben die Bestände dieser Orchidee stark abgenommen, so dass die Art nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa als gefährdet gilt.

 

Die Honigorchis ist in der Lage, zwei stark gegensätzliche Lebensräume zu besiedeln: zum einen Trocken- und Halbtrockenrasen, zum anderen nährstoffarme Moore und Moorwälder. Beide Lebensräume nehmen seit vielen Jahrzehnten qualitativ und quantitativ beständig ab. Hauptgründe sind nach wie vor die Verbuschung, Aufforstung und Intensivbeweidung von Magerrasen sowie eine Eutrophierung der Böden durch übermäßigen Nährstoffeintrag. In Deutschland ist die Honigorchis in vielen Bundesländern stark gefährdet, vom Aussterben bedroht oder sogar bereits ausgestorben. Die Art ist daher nach dem Bundesnaturschutz-Gesetz besonders geschützt.

 

Die Honigorchis gehört zusammen mit etwa 30.000 anderen Arten zu der welteit zweitgrößten Familie der bedecktsamigen Blütenpflanzen, den Orchideen, die auch Knabenkrautgewächse genannt werden. In keiner anderen Pflanzenfamilie existiert auch nur annähernd solch ein riesiges Spektrum, was Farben und Formen der Blüten anbelangt. Aus diesem Grund sind vor allem die in entlegenen Ländern vorkommenden Orchideen beliebte Zierpflanzen. Aber auch in Deutschland wächst eine stattliche Zahl von 94 einheimischen Orchideen. Neben wenigen überaus häufigen Knabenkräutern gibt es leider eine sehr große Zahl an seltenen Orchideen wie die Honigorchis. Im Landkreis Karlsruhe besiedeln Orchideen nicht nur den Michaelsberg in Bruchsal-Untergrombach, sondern auch Lebensräume wie schattige Wälder oder nasse Wiesen.