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Arnica montana (Berg-Wohlverleih)

Arnica montana
Blüte von Arnica montana, aufgenommen im Botanischen Garten des KIT (Foto: M. Sommerfeld)

Bei Arnica montana handelt es sich sicherlich um eine der bekanntesten Pflanzen des Schwarzwaldes, die durch ihre großen, leuchtend gold-gelben Blüten sehr auffällig ist. Ihre Bestände sind allerdings durch Aufforstung, die Umnutzung von Bergwiesen sowie durch Eutrophierung überall sehr stark zurückgegangen. Daher ist die Art, die typischerweise ausgesprochen stickstoffarme Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen besiedelt, vor allem im Nordschwarzwald stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Auch die nächsten Vorkommen auf Magerwiesen der Albhöhen sind bis auf sehr wenige, kleine Kolonien erloschen. Die wenigen Vorkommen auf kalkarmen Wiesen in der Rhein-Neckar-Region sind bereits vor 1900 ausgestorben.

Die Blüten von Arnica montana enthalten eine Vielzahl an Inhaltsstoffen wie ätherische Öle, Flavonoide und Sesquiterpenlactone, welche entzündungshemmend und antiseptisch wirken. Ab etwa dem 18. Jahrhundert wurde der Berg-Wohlverleih zur Behandlung von allgemeinen Verletzungen und Blutergüssen, aber auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma eingesetzt. Auch heute noch setzt man Extrakte von Arnica montana äußerlich bei Verletzungen sowie bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden ein.

Um die dekorative Art der Nachwelt zu erhalten, wurden im Jahre 2006 Samen an Naturstandorten im Nordschwarzwald gesammelt und daraus Pflanzen im Botanischen Garten des KIT angezogen. Zudem werden natürliche Vorkommen des Berg-Wohlverleihs seit 2013 im Rahmen des Projektes "Wildpflanzen-Schutz Deutschland" bundesweit kartiert. Von den Wildpflanzen werden Samen gesammelt, in unserem Botanischen Garten vermehrt und an geeigneten Standorten wieder ausgebracht. Hierdurch werden die vorhandenen Populationen von Arnica montana und deren Vitalität wieder gestärkt.