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Bletilla formosana

Bletilla formosana
Schön, aber faustdick hinter den Ohren: eine Blüte von Bletilla formosana
Bletilla formosana
Eine Langhornbiene geht den falschen Lockungen auf den Leim.

 

Das Bletilla-Mysterium

 

Die Orchideen der Gattung Bletilla kommen in den warmen Gebieten Japans, Südostchinas und Taiwan vor. Die Gattung besteht aus nur fünf Arten, die alle keinen Nektar produzieren, aber schöne und auffällige Blüten bilden. Bestäubt werden sie offensichtlich, aber bezahlen wollen sie die Bestäuber offenbar nicht. Warum kommen die Bestäuber dennoch? Ein Rätsel…

 

Nichts zu futtern, aber (falschen) Sex…

 

Durch geduldige Beobachtung gelang es 1995 der Biologin Naoko Sugiura von der Universität Kobe, das Rätsel zu lüften.  Während gewöhnlich Bienen auf der vergeblichen Suche nach Nektar bald wieder das Weite suchen, werden Männchen der Langhornbiene  Tetralonia nipponensis von den Blüten magisch angezogen.

Sie kriechen hinein und versuchen sich mit der Blüte zu paaren. Dabei bekommen sie auf die Stirn ein Paket mit Pollen geklebt und fliegen nach getaner Tat zur nächsten Blüte. Die Blüte imitiert nicht nur die Form eines Weibchens, sie täuscht sogar über ein unwiderstehliches Parfüm Paarungsbereitschaft vor! Besondere Haare und Warzen auf der Unterlippe der Blüte sorgen dafür, dass das Ganze auch noch gefühlsecht ist. Erst Tage später schlüpfen die echten Weibchen und erlösen die genarrten Männer aus  den Fängen der falschen Venus…