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Unser Konzept zum Artenschutz
Konzept zum Artenschutz

Wir haben ein eigenes Konzept zur ex-situ Erhaltung entwickelt, das auch evolutionsbiologische und angewandte Aspekte berücksichtigt. Mehr dazu ist in einem kurzen Übersichtsartikel zusammengefasst.

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Unsere Projekte

Genbank Südwest: gefördert durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung wurde von fünf Partnern eine deutschlandweite Samenbank für Wildpflanzen mit Nutzungspotential (WEL-Arten) aufgebaut. Ziel ist es, für diese Arten die noch vorhandene genetische Diversität zu sammeln und für eine spätere Nutzung zu erhalten. mehr

Europäische Wildrebe: in Zusammenarbeit mit dem WWF Aueninstitut Rastatt und gefördert durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung haben wir eine Sammlung aller in Deutschland noch vorhandenen Europäischen Wildreben (die Stamm-Mutter unserer Kulturrebe) angelegt. Diese Reben wurden vermehrt und wieder im Auenwald ausgebracht. mehr

Erhaltungskulturen ASP-Programm: in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium erhalten und vermehren wir bedrohte Arten, die dann wieder an geeigneten Standorten ausgebracht werden. mehr

 

Warum Artenschutz? Botanische Gärten als Arche Noah

Agrostemma githago
Die Korn-Rade (Agrostemma githago) ist in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht (Foto: M. Sommerfeld)
Helichrysum arenarium
Die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) ist in Baden-Württemberg nach der Roten Liste stark gefährdet (Foto: M. Sommerfeld)

Wozu sollen Botanische Gärten sich für den Artenschutz engagieren?

Ausgelöst durch die Menschen und deren technische Zivilisation sterben zahlreiche Tiere und Pflanzen aus. Das ist schon lange und allgemein bekannt, wird aber mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen: Na und? Was kümmert es Otto Normalverbraucher, wenn das Gefleckte Knabenkraut nicht mehr existiert?

Es war 1992, beim Earth Summit in Rio de Janeiro, als Artenvielfalt zum ersten Mal auch als Wirtschaftsfaktor begriffen wurde. Artenvielfalt ist eben nicht das Sonntagsvergnügen verschrobener Naturschützer, sondern ein schützenswertes Gut der ganzen Gesellschaft. Denn Artenvielfalt (oder Biodiversität wie man seither gerne sagt) ist das Rohmaterial der Evolution. Ohne Artenvielfalt verliert das Leben auf diesem Planeten die Möglichkeit, sich auf die verändernde Umwelt einzustellen.

Artenvielfalt hat aber auch noch eine ganz handfeste praktische Seite: Bei Kulturpflanzen geht es ganz schlicht auch darum, die genetische Vielfalt der wilden Ursprungsarten (so genannter Crop Wild Relatives) für die Züchtung zu erhalten. Die in Rio verabschiedete Convention on Biological Diversity, von 150 Staaten unterzeichnet, machte daher zum ersten Mal bewusst, dass Artenvielfalt eine hochpolitische Angelegenheit ist.

 

In situ oder ex situ?

Mit diesen lateinischen Begriffen verbindet sich eine wichtige Diskussion – wie soll man die Artenvielfalt sichern? In situ bedeutet „am Wuchsort“, also im natürlichen Lebensraum der Pflanzen, ex situ bedeutet „außerhalb des Wuchsorts“, also in Genbanken und in Botanischen Gärten. Wir verfolgen hier in Karlsruhe einen pragmatischen Ansatz, der beide Wege miteinander verbindet.

In situ-Erhaltung (z. T. in eigens dafür ausgewiesenen Naturschutzgebieten) ist sicherlich der bessere Weg, wenn eine Art noch genügend genetische Reserven hat, um sich selbst zu erhalten und zu verändern. Wenn es aber von einer Art nur noch wenige oder gar nur noch ein Vorkommen mit sehr wenigen Exemplaren gibt, besteht die Gefahr der völligen Auslöschung. Hier versuchen wir, über eine ex situ-Erhaltung im Botanischen Garten stark bedrohte Arten zu sichern.

Wir wollen aber nicht nur in der Defensive bleiben, sondern offensiv vorgehen. Daher führt die Naturschutzverwaltung, von uns wissenschaftlich begleitet, Versuche der Wiederaussiedlung durch, um letztendlich die Art wieder in Stand zu setzen, sich selbst zu helfen. Unsere Strategie ist somit auf Nachhaltigkeit gerichtet: Eine bedrohte Art wird durch die ex situ Erhaltung im Botanischen Garten so stabilisiert, dass dann eine Erhaltung in situ wieder möglich wird.


Weitere Informationen zum Thema Artenschutz in Deutschland finden Sie auf den Seiten des Verbandes der Botanischen Gärten .

 

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