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Maracuja, Passionsblume (Passiflora edulis)

Passionsblume
Die Blüte der Passionsblume wurde von den Spaniern mit christlicher Symbolik aufgeladen und als göttlicher Fingerzeig für die Billigung der Kolonisierung gedeutet. Bild: Karlheinz Knoch.
Passiflora
Die Monstermaracuja im Seerosenhaus in Aktion.

Ihr orangeroter, intensiv duftender Saft gilt als der Inbegriff von Exotik - Maracuja. Mit diesem Wort, was "Speise" und "Gefäß" bedeutet, bezeichneten die Tupi-Indianer aus dem Regenwald Amazoniens diese köstlich schmeckende Frucht. Die Maracuja ist jedoch nicht allein, sondern gehört zur ungemein vielfältigen Gattung der Passionsblumen, die überwiegend in Mittel- und Südamerika beheimatet sind. Nach der Eroberung durch die Spanier wurde die Pflanze auch in Europa bekannt, zunächst einmal wegen ihrer auffälligen Blüten, denen man eine religiöse Symbolik zusprach: Die zehn Blütenblätter stünden für die Apostel ohne Judas und Petrus, die violett-weiße Nebenkrone für die Dornenkrone Christi, die fünf gelben Staubblätter den Wunden Christi und die drei Griffel den Kreuznägeln. Sogar den Sprossranken wurde eine symbolische Bedeutung (Geißeln) zugesprochen. Daher der Name Passiflora / Passionsblume. Im Dschungel Südamerikas offenbarte sich den spanischen Eroberern in dieser Blüte also das Bild Christi und damit rechtfertigte man auch die unglaublichen Grausamkeiten, die im Zuge der Eroberung und Kolonisierung den nicht-christlichen Ureinwohnern zugefügt wurden.

Diese Pflanze bedarf mit ihren sehr dekorativen Blüten jedoch keiner kruden christlichen Symbolik. Die Früchte der meisten Passionsblumenarten sind nicht genießbar. Genutzt werden die Arten P. edulis, P. quadrangularis und P. ligularis, z.T. auch P. tarminiana (Bananen-Passionsfrucht), die unter der Bezeichnung Grenadille oder Maracuja auch bei uns bekannt sind. Im Zuge der Kolonisierung sind auch noch zahlreiche weitere Arten und Formen im Umlauf, die sich in Farbe, Form und Geschmack deutlich unterscheiden und bei uns zumeist unbekannt sind, aber auf den Kanaren oder Madeira gelegentlich im Umlauf sind. Die Früchte sind nicht nur wohlschmeckend, sondern üben eine beruhigende Wirkung aus. Diese wurde zunächst den Indolalkaloiden zugeschrieben, sind aber nach wie vor nicht wirklich verstanden.

Im Botanischen Garten kann man mehrere Arten von Passionsblumen sehen - im Sommer vor dem Subtropenhaus, im Winter im Seerosenhaus, wo gelegentlich eine Monster-Maracuja zu bewundern ist.