Plant Evolution 2022

Superfoods are often plant products coming from exotic traditions, where they are integrated into a system of functional nutrition and healing. In the wealthy and ageing societies of industrialised countries they are often hyped as "super" leading to booming markets. The local production along with the rapidly growing demands cause often skyrocketing prices and shortages. This is the ideal situation for surrogations and adulterations, accentuated by vague or misleading terminology. Over the years, we have followed different "superfood" trends and tried to find out, which species are traded here and to what extent commercial products are authentic - often with shocking surprises. The current project is addressing Pandanus leaves, traditional used in Southeast Asia due to its vanilla-like flavour. It is currently booming as efficient antioxidant, but also as cholesterol reducer (this effect is assigned to saponins) and phytoestrogene. It is sold as leaves, but also as frozen purée or smoothie powder. We were able to obtain six species for our reference plant collection in the Botanical Garden. The task will be to obtain genetic barcodes for these accessions, to verify their identity, and to search for diagnostic features that can be used for microscopic authentication. Read our review on microscopic diagnostics . Determination key from the Flora of China . Scriptum with protocols .

Superfood

superfood
mit genetischen Barcodes und Belegpflanzen rücken wir Lebensmitteltäuschern auf die Pelle.

Chia, Moringa, Goji gelten als Wunderwaffen im Kampf gegen die Folgen von Fehlernährung. Sogenanntes "Superfood" soll durch seinen hohen Gehalt an Antioxidantien, Vitaminen und Proteinen helfen, Zivilisationskrankheiten wie Gefäßerkrankungen, Diabetes, Adipositas oder entzündliche Krankheiten zu vertreiben oder erst gar nicht aufkommen zu lassen. Die Verbindung aus Exotik und sagenhafter Wirkung auf die Gesundheit lässt Preise und Verheißungen in irrationale Höhen sprießen. Gleichzeitig stammen diese Pflanzen aus einem anderen kulturellen Kontext und werden oft nur lokal begrenzt angebaut oder gesammelt. Zudem ist oft nicht klar, welche Pflanze eigentlich gemeint ist, weil Trivialnamen meist nach der Nutzung gehen, wissenschaftliche Bezeichnungen aber nach der genetischen Herkunft. Beispielsweise verbergen sich hinter dem Begriff Chia sechs unterschiedliche Pflanzen, die in Südmexiko angebaut werden, und nur teilweise miteinander verwandt sind. Bei uns wird Chia aber mit "Salvia hispanica" übersetzt. So viel Salvia hispanica, wie in Deutschland im letzten Jahr importiert wurde, gibt es aber gar nicht... Dieses Konfliktfeld, teilweise gepaart mit einer gewissen Kaltschnäuzigkeit der Importeure und manchmal sogar einer gewissen kriminellen Energie, führt dazu, dass oft unklar ist, ob in der Packung das drin ist, was drauf steht. Seit etwa zehn Jahren sind wir mithilfe von sorgfältig validierten Belegpflanzen im Botanischen Garten und molekularen Markern auf der Spur von Superfood, um hier zu mehr Verbrauchersicherheit beitragen zu können.

Unsere Arbeit blieb lange unbemerkt, aber aus irgendeinem Grund gab es Anfang dieses Jahres ein ziemliches Presse-Echo, was hoffentlich dazu beiträgt, hier etwas Problembewußtsein zu schaffen.