30.09.2022: Biodiversität für veganes Lysin.

 

Pflanzenproteine sind in der Regel arm an der essentiellen Aminosäure Lysin. Bei einer veganen Ernährungsweise muss daher Lysin komplementiert werden. Die Alternative zur Lysinpille wären pflanzliche Nahrungsmittel mit einem hohen Lysingehalt. In seiner Masterarbeit untersuchte Johannes Gröne daher mehr als 80 verschiedene Amaranth-Genotypen aus der KIT Sammlung und fand deutliche Unterschiede. Ideal wären ´45 mg/g Protein. Rindfleisch oder Thunfisch als lysinreiche Nahrungsmittel kommen auf bis zu ´20 mg/g. Reis hat nur ein Zehntel davon, Weizen nur ein Fünftel. Unser Champion ist der aus der Region Cusco stammende kiwicha (Amaranthus caudatus) Genotyp 8301 mit 22 mg/g. Andererseits bringt Genotyp 8300, der aus derselben Region stammt, nur 15 mg/g, auf die Waage, also deutlich weniger. Zusammen mit seinem Betreuer, Dr. Adnan Kanbar, konnte Johannes Gröhe nun festsmachen, welche Gene der Lysinbildung hier wichtig sind und wie ihre Aktivität von den Umweltbedingungen abhängt. Auf der Grundlage dieses Wissens kann man nun daran gehen, lysinreiche Sorten zu züchten. Kontakt: Prof. Dr. Peter Nick

 

 

 

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AMaranth as source of Omega fatty acids and gluten free grains: Marker-assisted bReeding and cultivar selection to obtain functional healthy oils and raw materials for food-processing

Amarant war das Superfood der Inkas, ihre Wertschätzung für diesen Verwandten des bekannteren Quinoa war so hoch, dass sie die Pflanze sogar als Gottheit verehrten. Das war der Grund, warum die Spanier den Anbau von Amarant als "Götzendienst" unter Strafe stellten. Erst in den 1970er Jahren entdeckte der peruanische Wissenschaftler Luis Kalinowski einige Pflanzen, die von Indio-Familien für religiöse Zwecke heimlich angebaut wurden und begann dann, den Anbau von Amarant in Peru voranzutreiben.

Inzwischen ist Amarant auch hierzulande bekannt und wird, vor allem in gepoppter Form, als Bestandteil von Müsli, Riegeln oder gar Schokoladen vermarktet. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch das Amarant-Öl sehr spannend ist. Vor allem die Entdeckung, dass es die sehr wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthält, die wir sonst nur über Seefisch aufnehmen können, eröffnet ganz neue Perspektiven für die vegane Ernährung (nie wieder Fischölkapseln!).

In dem deutsch-peruanischen Gemeinschaftprojekt geht es darum, dieses Potential für die Ernährungsindustrie zu erschließen und gleichzeitig wissenschaftlich basierte Qualitätsstandards zu entwickeln, um so zu mehr Verbraucherschutz beizutragen.