22.07.2022: Nagelprobe für Kiwicha.

 

Der echte peruanische Amarant (A. caudatus), auch als Kiwicha bezeichnet, war einst ein Superfood der Inka. Kein Wunder, mit seinem höheren Gehalt an Antioxidantien und ungesättigten Fettsäuren, aber auch an der bei veganer Ernährung oft mangelnden Aminosäure Lysin ist er geradezu ein Bündel an Gesundheit. Freilich wird er im internationalen Handel von seinen mexikanischen Vettern, A. hypochondriacus und A. cruentus verdrängt. Sogar die Amarant-Anbauer in Peru pflanzen manchmal importiertes Saatgut und glauben, sie hätten Kiwicha vor sich. Mithilfe genetischer barcodes konnten wir nun eine Echtheitsprüfung entwickeln, womit man mit einem PCR Fingerabdruck schnell und sicher echten Kiwicha erkennen kann. Eine Feldstudie mit 12 im Sommer 2021 in Peru gesammelten Saatgutproben zeigte schon, dass 2, also 15% "falscher Kiwicha" waren. Diese von unserem Mitarbeiter Dr. Adnan Kanbar gemeinsam mit der Universität Hohenheim durchgeführte Studie ist jetzt in der Fachzeitschrift European Journal of Food Research and Technology erschienen. Damit lässt sich die Echtheit von Amarant-Saatgut in Peru sichern - wenn der politische Wille dafür da ist. Kontakt: Prof. Dr. Peter Nick

 

Publikation: Kanbar A, Beisel J, Wetters S, Gutierrez MT, Graeff-Hönninger S, Nick P (2022) A rapid, simple, and reliable assay to authenticate Peruvian kiwicha (A. caudatus) for food applications. Eur J Food Res Technol, doi: 10.1007/s00217-022-04089-6 - pdf

 

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Amarant war das Superfood der Inkas, ihre Wertschätzung für diesen Verwandten des bekannteren Quinoa war so hoch, dass sie die Pflanze sogar als Gottheit verehrten. Das war der Grund, warum die Spanier den Anbau von Amarant als "Götzendienst" unter Strafe stellten. Erst in den 1970er Jahren entdeckte der peruanische Wissenschaftler Luis Kalinowski einige Pflanzen, die von Indio-Familien für religiöse Zwecke heimlich angebaut wurden und begann dann, den Anbau von Amarant in Peru voranzutreiben.

Inzwischen ist Amarant auch hierzulande bekannt und wird, vor allem in gepoppter Form, als Bestandteil von Müsli, Riegeln oder gar Schokoladen vermarktet. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch das Amarant-Öl sehr spannend ist. Vor allem die Entdeckung, dass es die sehr wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthält, die wir sonst nur über Seefisch aufnehmen können, eröffnet ganz neue Perspektiven für die vegane Ernährung (nie wieder Fischölkapseln!).

In dem deutsch-peruanischen Gemeinschaftprojekt geht es darum, dieses Potential für die Ernährungsindustrie zu erschließen und gleichzeitig wissenschaftlich basierte Qualitätsstandards zu entwickeln, um so zu mehr Verbraucherschutz beizutragen.