Meldungen

21.01.2022: Kiwicha in Gefahr.

Der echte peruanische Amarant (A. caudatus), auch als Kiwicha bezeichnet, ist züchterisch noch nicht so erschlossen wie seine mexikanischen Geschwister, die den internationalen Handel dominieren. Kiwicha hat jedoch einige ernährungsphysiologische Vorzüge - etwa ein höherer Gehalt an Antioxidantien, ein höherer Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und ein höherer Gehalt der in pflanzlichen Proteinen oft seltenen Aminosäure Lysin. Damit diese wertvollen Eigenschaften erhalten bleiben und weiterentwickelt werden können, ist es wichtig, auf die Echtheit des Saatguts zu achten. Leider fehlt vielen Amarant-Anbauern in Peru das Wissen um die Verschiedenheit von Amarant. Es wird daher häufig auch importiertes Saatgut eingesetzt. Dies könnte die Existenz von Kiwicha in Gefahr bringen, nicht nur weil er seltener gepflanzt wird, sondern auch, weil es zu Vermischungen kommt, so dass er zunehmend seine Eigenart verliert. Wir wollten herausbekommen, ob wir hier nur Gespenster sehen oder ob dieses Problem schon relevant ist. Die Antwort ist ein klares Ja. Von 12 im Sommer 2021 in Peru gesammelten Saatgutproben stellten sich 3 als "falscher Kiwicha" heraus. Dies konnte mit dem von unserem Mitarbeiter Dr. Adnan Kanbar entwickelten genetischen Fingerabdruck zweifelsfrei festgestellt werden. Es ist also höchste Zeit, sich über Qualität und Echtheit von Amarant-Saatgut in Peru Gedanken zu machen. Kontakt: Prof. Dr. Peter Nick