MenschenTechnik - TechnikMenschen (WS 2016-2017)

Thematik

Das Wort "Technik" bedeutet ursprünglich "Kunst". Im Gegensatz zur Natur, die ohne menschliches Zutun "geboren" wurde, ist Technik von Menschen gemacht. Umgekehrt wurde die Entwicklung der Menschheit - im Guten, wie im Bösen, durch Technik geformt. Dies macht "natürlich" auch vor der "Natur" des Menschen nicht Halt: von der Brille bis zum Herzschrittmacher oder der Hüftprothese nutzen wir technische Errungenschaften an und in unserem Körper. Die Grenze zwischen Mensch und Technik wird dabei immer durchlässiger und unschärfer. Technische Intelligenz ist schon längst Teil unseres Alltags geworden, aber die Entwicklung geht weiter. Von Menschen gemachte menschenähnliche Roboter mit komplexer Mimik rufen den Eindruck einer Präsenz hervor, die auf verblüffende, vielleicht auch auf verstörende Weise die Grenze zwischen Mensch und Technik verschwimmen lässt und der stürmische Fortschritt der Informationstechnologie erlaubt es, die Reichweite unserer Sinne so zu erweitern, dass völlig neue Realitäten entstehen. Diese Spannung wollen wir in diesem Semester ausloten um so auch darüber nachzudenken, was eigentlich Menschsein für uns bedeutet.

 

Forum kontrovers

Um diese Diskussion zu befeuern, haben wir drei Vorträge von international bekannten Rednern eingeladen, um die Grenzen des Menschseins aus verschiedenem Blickwinkel zu beleuchten:

  • Prof. Dr. Henrik Schärfe aus Aarhus wird über seine Erfahrungen mit seinem Roboter-Ebenbild erzählen und zugleich das Thema Autonome Intelligenz (etwa in Form selbstfahrender Autos) aufgreifen. mehr...
  • Prof. Dr. Friedemann Schrenk vom Senckenberg-Museum wird einen urgeschichtlichen Blick auf die letzten 6 Millionen Jahre der Menschwerdung werfen. mehr...
  • Der britische Künstler und erste staatlich anerkannte Cyborg Neil Harbisson wird erzählen, wie er mithilfe von Technik sich seine eigene Sinneserfahrung schafft. mehr...

Diese Vorträge sind öffentlich und finden jeweils in einem großen Hörsaal statt. Die Themen und Sprecher sind bewusst kontrovers ausgesucht. Es geht hier nicht um akademische Ausgewogenheit, sondern darum, das Thema aus unterschiedlichen, durchaus auch ungewöhnlichen Blickwinkeln zu betrachten. Leidenschaft erwünscht!